Beim Spazierengehen haben wir vieles zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen.

Feuerwanzen

Foto: Michaela Wuggazer

Einiges davon habe ich fotografiert. Besonders gefallen mir die Feuerwanzen. Sie sehen wie afrikanische Masken aus. Sie sammeln sich an sonnigen Stellen an Bäumen und am Boden.

Darunter ist ein Veilchen. In manchen Wiesen findest du jetzt viele davon.

Veilchen

Foto: Michaela Wuggazer

Veilchen haben eine tolle Weise sich auszubreiten: An ihren Samen hängt ein bisschen süßes Gelee. Das lieben Ameisen. Sie schleppen es mit den Samen dran in ihre Nester. Im Frühling können sich dann aus den übriggebliebenen Samen neue Veilchenpflanzen entwickeln. Eine tolle Zusammenarbeit.

Bei den gelben Blüten mussten wir ganz genau hinschauen. Zuerst sahen sie gleich aus. Erst als wir näher hingingen, sahen wir, dass die eine Pflanze sechs Blütenblätter hat und schmale Blätter. Die andere hatte mal acht, mal zehn Blütenblätter und rundliche Blätter. Inzwischen habe ich herausgefunden, was das für Pflanzen sind.

Waldgelbstern

Foto: Michaela Wuggazer

Die eine heißt Wald-Gelbstern und ist ein Liliengewächs mit einer Zwiebel. In der Zwiebel speichert der Gelbstern so viel Energie, dass er ganz früh im Jahr austreiben kann. Sobald er genug gespeichert hat, welken die Blätter und sterben ab. Im Sommer kannst du nichts mehr von ihm sehen. Auch er lässt seine Samen von Ameisen verbreiten, kann sich aber auch über die Zwiebeln vermehren. Dieser leuchtende Stern ist in Europa weit verbreitet und im nördlichen Asien auch.

Scharbockskraut

Foto: Michaela Wuggazer

Die Pflanze darunter ist Scharbockskraut. Ein seltsamer Name. Scharbock ist ein anderer Name für Skorbut. Das ist eine Krankheit, die entsteht, wenn man länger kein Vitamin C bekommt. Früher war oft am Ende des Winters kein frisches Obst und Gemüse mehr da. Aber diese gelbblühende Pflanze enthält Vitamin C. Und die Blättchen kommen schon bald im Frühling heraus. So sammelten die Menschen diese frühen Blätter und blieben gesund. Sobald sie blüht ist der Giftstoff in der Pflanze zu stark. Auch verwandte Pflanzen, die gelb blühen, sind stark giftig. Also nichts davon essen! Heute kannst du leichter an Vitamin C kommen. Aber es ist spannend, wie früher eine Pflanze für eine kurze Zeit im Frühjahr Menschen das Leben retten konnte und später ist sie giftig. Tod und Leben so nah beieinander!

umgestürzter Baum Erde

Foto: Michaela Wuggazer

Im Frühjahr ist überall so viel Leben zu entdecken. Von den Amseln im Gebüsch bis zu den ersten Zitronenfaltern, die leuchtend gelb durch die Luft tanzen. Leben überall! Auch in den umgestürzten Bäumen am See regt sich neues Leben. In einem Sturm sind sie umgefallen. Jetzt liegen sie da, und du kannst die Erde zwischen ihren Wurzeln sehen. Inzwischen haben Wildbienen hier Löcher gegraben. Eine war sogar da, als ich das Foto machte. Aber sie hat sich nicht hingesetzt. Ich muss ein anderes Mal versuchen, ob ich eine von ihnen fotografieren kann.

In der Geschichte heute geht es auch um das Leben – und um den Tod. Du findest sie im elften Kapitel im Johannes-Evangelium, Verse 1-45. Marta, Maria und Lazarus sind Freunde von Jesus. Sie wohnen ganz nahe bei Jerusalem. Jesus war schon oft bei ihnen im Haus. Und dann wird Lazarus sehr krank. Jesus ist unterwegs. Die Schwestern schicken Jesus eine Nachricht. Als Jesus kommt, ist Lazarus schon tot. Martha läuft Jesus entgegen. Sie glaubt, dass bei Jesus alles möglich ist.

Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Jesus spricht hier von einem Leben, das stärker ist als der Tod. Jesus sagt, dass er dieses Leben ist. Alle Menschen, die an ihn glauben sind in diesem Leben verbunden. Vielleicht habt ihr Lust in der Natur nach Spuren dieser Lebenskraft zu suchen: Es summt und pfeift und duftet. Farbtupfer zeigen sich im ausgebleichten Gras und an den kahlen Bäumen. Macht euch eine Liste dieser Lebensspuren. Vielleicht wird ein Loblied daraus?

Seeufer mit Hintergrund

Foto: Michaela Wuggazer

Zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 26. März 23 5. Fastensonntag

Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral, www.pastorale-grunddienste.de