Im heutigen Evangelium heißt es, dass Jesus vom Geist in die Wüste geführt wurde. Das griechische Wort heißt eigentlich „Ödland“. Ein Wort, das wir selten verwenden. Es ist ein Land, das öde ist, leer, langweilig.

Ödland Donau-Moos

Foto: Michaela Wuggazer

Deshalb bin ich ins Donau-Moos gegangen. In dieser Jahreszeit ist es ziemlich öde. Das seht ihr im Foto. Ich bin langsam gegangen und habe genau hingeschaut, ob ich vielleicht irgendetwas entdecke. Es blüht noch nichts. Das Gras ist alt und braun. Auf den Wiesen steht das Wasser. Es gibt unzählige Maulwurfshügel. An einer Stelle habe ich angefangen sie zu zählen. Bei 90 habe ich aufgehört. Es war auf dieser einen Wiese nur ungefähr ein Viertel der Maulwurfshügel. Also waren es wohl hier alleine schon 400!

Und dann sah ich in der Ferne eine Bewegung: Rehe! Wenn sie wegspringen, kann man sie auch ohne Fernglas sehen. Ihre weißen Popos verraten sie. An einer Stelle konnte ich erst 8 und dann 12 zählen. Wenn das Hirn das Suchmuster „Reh“ gespeichert hat, sehen wir sie leichter. Ich habe an anderen Stellen auch noch Rehe gesehen. Wenn ihr auf dem oberen Foto genau hinschaut, dann könnt ihr sie vielleicht erkennen. Sie sind ziemlich in der Mitte.

Als ich die wenigen Büsche am Weg genauer anschaute, sah ich Spuren der Rehe. Sie hatten die frischen Knospen abgebissen an den Zweigen. Wenn kein frisches Gras da ist, dann knabbern Rehe Zweige und Büsche an, weil sie hungrig sind. Das könnt ihr im unteren Foto sehen.

Collage angeknabberte Zweige mit Knospen

Foto: Michaela Wuggazer

Und dann hörte ich Gänse. Sie machen richtig Lärm. Wo sind sie? Könnt ihr sie entdecken?

Ja, es sind die kleinen Tupfen am Himmel. Am Rückweg habe ich entdeckt, wohin sie geflogen sind: auf ein Feld mit Wintergetreide. Es hat schon schön grün ausgetrieben. Lecker und nahrhaft für die Gänse, nicht so schön für die Bauern, die dann weniger ernten können. Auf dem Foto unten kannst du die Graugänse im Grünen sehen.

Fliegende Gänse am Himmel- Feldlandschaft

Foto: Michaela Wuggazer

Meine Ausbeute im Ödland war ganz gut. Rehe und Gänse, frisches Grün und die ersten Weidenkätzchen.

Jesus hatte vierzig Tage ohne zu essen in der Wüste verbracht. Er war eine Zeit, in der er lernte, sich nicht in Versuchung führen zu lassen. Ihr könnt es nachlesen im Matthäus-Evangelium, Kapitel 4, Verse 1 bis 11. Bei der dritten Versuchung zeigt ihm der Teufel

alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm.

Heute können wir „alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht“ mit einem Griff auf unserem Handy sehen. Manchmal merken wir gar nicht, wie viel Zeit wir damit verbringen. Kaum wird es uns langweilig, öde, dann greifen wir nach dem Handy und haben die ganze Welt zur Verfügung. Vielleicht probiert ihr aus, jeden Tag drei Minuten bewusst in die Ödnis zu gehen? Schau aus dem Fenster, geh vor die Tür und schau hin in die langweilige Straße. Meine Challenge: 3 Minuten Langeweile täglich! Ich wünsche euch spannende Entdeckungen. :-)

Gänse im Feld

Foto: Michaela Wuggazer

PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 22. Februar 26

Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Fachbereich Gemeindekatechese, www.pastorale-grunddienste.de
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