Auf der Suche nach Türkenbundlilie und Natternkopf hatten wir uns zum ersten Mal seit dem Hochwasser wieder an die Donau gewagt. Die Türkenbundlilie haben wir nicht mehr gefunden.

Natternkopf verblüht

Foto: Michaela Wuggazer

Dafür sehr viele Stechmücken. Das war anstrengend. Wir haben ständig Arme und Hände bewegt, um sie los zu werden. Das ist gut für den Kreislauf. Aber es macht nicht wirklich Freude. Am Donaustausee, auf dem Damm, war es dann besser. Den Natternkopf haben wir erst am Rückweg entdeckt. Er war schon verblüht (oben auf dem Foto). Ohne seine leuchtend blauen Blüten fällt er gar nicht auf. Es war wenig los auf dem Weg. Vermutlich wegen der Stechmücken im Wald. Es waren nur sehr wenig Vögel auf dem See. Alles wirkte öde und leer. Aber dann schauten wir auf die Pflanzen. Es war eine Fülle, wie man sie vielleicht auf Bergweiden findet. Dost und Quendel, schwäbischer Oregano und Thymian, blühen üppig und sind voller Insekten. Dazwischen flogen dunkelblaue Libellen. Sie sind so schnell, dass ich kein gutes Foto machen konnte.
Immer mehr entdeckten wir. Wenn nicht so viele Leute da sind, kann man genauer hinschauen. Am Schluss mussten wir allerdings wieder durch die Schnakenzone. Aber da machte es uns nichts mehr aus. Wegen ihnen hatten wir alles alleine für uns gehabt. Sie waren sozusagen die Wächterinnen unserer Ruhe geworden.

Qendel Dost blühend

Foto: Michaela Wuggazer

Karden blühend

Foto: Michaela Wuggazer

Und am Heimweg sahen wir noch einige blühende Karden.

Sie wachsen da, wo der Boden immer wieder frei geräumt wird.

Deshalb findet man sie oft in Gräben, die im Herbst frei geräumt werden, damit in ihnen Wasser gut abfließen kann.

Manche halten sie für Disteln.

Aber sie sind anders.

Schau sie dir genau an.

Ihre lila Blüten bilden Ringe um den Kolben.

Manchmal schmale, manchmal breite Streifen, wie hier.

Hummeln lieben sie.

Menschen gehen oft achtlos an ihnen vorbei.

Uns sind sie aufgefallen.

Wir haben inzwischen viel Übung im Entdecken.

Jesus hatte in der Geschichte am letzten Sonntag seine Jünger ausgeschickt, den Menschen vom Reich Gottes zu erzählen und sie die heilende Kraft Gottes spüren zu lassen. Sie kommen zurück zu ihm. Sie haben viel erlebt.

Jesus sagt zu ihnen:

Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.

Ihr findet die Geschichte im Markusevangelium, Kapitel 6, Verse 30-34.

Ständig ist etwas zu tun. In der Schule, zuhause, in der Arbeit, in der Freizeit.

Man kann nichts Neues mehr aufnehmen. Kennt ihr das?

Nicht immer hat man Stechmücken, die einem Ruhe verschaffen.

Da muss man selber schauen, was hilft, um einen ruhigen Ort zu finden.

Probiert es aus.

Manchmal braucht man gar nicht weit gehen. Manchmal sind es die langweiligen Plätze. Manchmal hilft das Timing. Ich gehe gerne in der Mittagszeit. Am Sonntag sind viele von zwölf bis eins beim Essen.
Vielleicht probiert ihr auch einfach einmal zehn Minuten in einer stillen Straße aus. Geht ganz langsam. Schaut auch auf den Boden. Schaut in Ritzen, in Hecken und Zäune. Welche Pflanzen entdeckt ihr? Welche Tiere? Vielleicht setzt ihr euch in Ruhe hin und esst ein mitgebrachtes Brot und schaut, was mit den Krümeln passiert.

Zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 21. Juli 24 16. Sonntag im Jahreskreis B

Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Pastorale Grunddienste, www.pastorale-grunddienste.de

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