In diesem April ist es ja schon sehr warm geworden, vielleicht sogar zu warm? Aber ich habe das schöne Wetter schon für zwei längere Touren mit dem Fahrrad genutzt. Dabei ist mir einiges in der Natur aufgefallen.

Zunächst habe ich Felder gesehen, die eben erst bearbeitet worden waren. Vielleicht kennst du auch diesen Geruch von feuchter dunkler Erde, die umgepflügt wurde oder in die Saat eingearbeitet wurde? Aufgefallen sind mir aber auch Felder, die jetzt um diese Zeit noch so aussehen wie letztes Jahr im Herbst. An einigen Stellen gab es beides: Felder mit ganz feinen Spuren frischer Saat und direkt daneben solche mit Altem und Verdorrtem noch vom letzten Jahr.

                                              

Ich bin schon gespannt, was ich dort in nächster Zeit sehen werde, wenn ich da wieder mit dem Rad vorbeifahre. Diese Beobachtung erinnert mich auch an das, was wir gerade in der Kirche gefeiert haben: Ostern, das Fest der Auferstehung des Herrn.

„Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen.“ (Lk 24,46)

So ähnlich ist es auch in der Natur: Die schon verdorrten, abgestorbenen Teile vom letzten Jahr werden von den Bauern bestimmt noch in die Erde gepflügt, um so zum Dünger für frische Saat und damit für neues Leben zu werden.

So könntest du vielleicht auch die Stelle verstehen, die du heute im ersten Johannesbrief hören kannst: Dass nämlich Christus „nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1 Joh 2,2) gestorben ist. Ja, Jesus hat nicht nur uns Menschen erlöst, sondern die ganze Welt, die ganze Schöpfung.

Dazu passt auch gut der heutige Antwortpsalm: „Du legst mir größere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.“ (Ps 4,8).

Ich weiß nicht, wie es dir geht: Aber ich bin immer wieder fasziniert, die vielen Wunder der Natur zu sehen. Wenn zum Beispiel jetzt im Frühjahr aus frischer Saat ganz schnell neues Leben wächst. Das in den kommenden Monaten bis zur Ernte zu sehen macht mir große Freude. Aber die Freude, die wir an der Auferstehung Jesu haben dürfen, ist noch viel, viel größer. Das will uns der Psalm sagen.

Baum verankert im Lochbach

Foto: Karl-Georg Michel

Und noch etwas habe ich bei der Radtour gesehen.

Ich bin am Lochbach entlanggefahren.

Das ist ein mehrere Kilometer langer Kanal, der schon seit dem Mittelalter schnurgerade durch einen Wald bei Augsburg führt.

Jetzt in den vergangenen Monaten waren dort anscheinend größere Bauarbeiten.

Man hat den Bach breiter gemacht.

Er fließt dort nicht mehr so schnell.

Fische haben es so leichter und sie können sich auch in den Zweigen der Bäume, die man an diesen Stellen fest verankert hat, gut verstecken.

Ich habe mir gedacht: Erst haben wir Menschen einen solchen künstlichen Kanal angelegt und damit die Natur gezähmt.

Jetzt sind wir es auch, die der Natur wenigstens einen kleinen Teil von dem, was wir ihr genommen haben, wieder zurückgeben.

Manchmal sind es aber auch Tiere, die sich die Natur selber wieder zurückholen: Ich habe an mehreren Stellen Spuren von Bibern gesehen, die Dämme gebaut und kleine und große Bäume gefällt haben.

„Allmächtiger Gott, lass die österliche Freude in uns fortdauern“, betet heute der Priester ganz zu Beginn im Tagesgebet.

Baum mit Biberspuren

Foto: Karl-Georg Michel

Baumwipfel von unten

Foto: Karl-Georg Michel

Ja, und deshalb freue ich mich immer wieder, gerade jetzt im Frühjahr diesem großen Wunder neu erwachten Lebens nachspüren und Gott dafür mit einem „Halleluja“ danken zu dürfen.

Denn seine Schöpfung ist so groß und so wunderschön.

Wohnst du auf dem Land? Oder kennst du jemanden mit einer Landwirtschaft?

Dann frage doch mal, was auf diesen noch verdorrten Feldern wachsen wird.

Ich habe da aber eine Vermutung: Vielleicht wird daraus etwas ganz Leckeres gemacht.

Meistens kannst du es mit einer roten Soße essen.

Zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 14. März  24 Dritter Sonntag Osterzeit

Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Karl-Georg Michel
Diözese Augsburg, Fachbereich Kirche und Umwelt, www.pastorale-grunddienste.de