So sah der Himmel nach dem Gewitter aus. 

Stimmung nach dem Gewitter

Foto: Michaela Wuggazer

Ich konnte mich nicht satt sehen an den strahlend hellen Wolken und dem leuchtenden Blau. Das bedrohliche Dunkelgrau der Wolken hatte sich noch nicht aufgelöst. Die Angst vor dem Gewitter war noch in mir. Gleichzeitig freute ich mich, dass der Himmel jetzt so aussah. Ich staunte über die riesigen Wolken, das Licht, das Blau. Die Freude war stärker als die Angst.

Höhle

Foto: Michaela Wuggazer

An Ostern hören wir die Geschichte aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 28, Verse1-10. Frauen gehen an das Grab, in das man Jesus gelegt hat. Es war nicht in der Erde, sondern in einem Raum, den man aus Felsen geschlagen hatte. Ein bisschen wie eine menschen-gemachte Höhle.

 Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee.
Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot.
Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!
Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier;
denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.

Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude
und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

Diesmal habe ich meinen Spaziergang auf dem Friedhof gemacht. Ich wollte herausfinden, welche Botschaft Gott für mich an den Gräbern hat.

Als erstes war ich angezogen von einem neuen Grab. Es war voll mit bunten Blumen. So viele Blumen. So herrliche Farben. „In Liebe und Dankbarkeit“ konnte ich auf einem Band lesen. Ich blieb vor dem Grab stehen schaute auf all die Blumen. Sie waren schön anzuschauen. Und ich merkte, wie die Blumen mich froh machten. Ich dachte nach über das Leben dieses Menschen, der gestorben war. Und über die Menschen, die „in Liebe und Dankbarkeit“ auf dem Band haben wollten. Mit farbigen Blumen versuchen wir etwas von dieser Liebe und Dankbarkeit auszudrücken. Vielleicht denken dann auch andere nach, wen sie lieben. Vielleicht überlegen dann auch andere, für wen und für was sie dankbar sind?

Es gibt so viele Blumen auf den Gräbern. Und auch dazwischen gibt es Blumen, wo früher Gräber waren. Bienen lieben das. Bei gutem Wetter kannst du sie summen hören. Und ich freue mich über den Vogelgesang, den man bei uns auf dem Friedhof hören kann. So viel Leben!

Kollage

Foto: Michaela Wuggazer

Und es stehen Kerzen auf den meisten Gräbern. An Ostern feiern wir, dass Jesus das Licht ist, das in Ewigkeit leuchtet. Wir zünden in der Kirche eine neue Osterkerze an. Auf ihr ist das Alpha und das Omega und die Jahreszahl. Damit drücken wir unseren Glauben aus: Christus war schon da, als alles angefangen hat. Und Christus wird bis zum Ende von allem sein. Und Christus ist heute, im Jahr 2023. Alles ist in Christus aufgehoben – im Leben und im Tod. In der Taufe werden wir mit Christus verbunden und mit allen, die in ihm sind. Das ist das Geheimnis unseres Glaubens. Manche stellen deshalb auch kleine Schalen für Weihwasser auf die Gräber, um an die Taufe zu erinnern. So wie wir Weihwasser in den Becken an den Kirchentüren haben. Manche haben auch Zuhause an einer Tür ein kleines Weihwasserschälchen. Mit dem Wasser kann man sich oder anderen ein Kreuz auf die Stirn machen und daran denken, dass wir mit Christus verbunden sind. Und es erinnert uns auch daran, dass alle Getauften in Christus miteinander verbunden sind, alle, die leben und alle, die schon gestorben sind. Miteinander sind wir die Gemeinschaft der Heiligen. An Ostern erinnern wir uns besonders daran.

Vielleicht probiert ihr es aus mit einem Spaziergang über den Friedhof und findet heraus, welche Botschaft Gott für euch an den Gräbern hat.
Vielleicht geht ihr in eine Kirche und zündet ein Licht an für die Lebenden und die Toten, die euch wichtig sind.
Vielleicht geht ihr an eine Quelle und freut euch an der Lebenskraft des Wassers.
Vielleicht schaut ihr nach einem Weihwasserschälchen für euer Zuhause?
In der Kirche dauert die Osterzeit nicht nur eine Woche, sondern ist sieben Wochen lang!
Wir brauchen Zeit für dieses große Geheimnis unseres Glaubens.

Frohe Ostern!

Zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 09. April 23 Ostersonntag

Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral, www.pastorale-grunddienste.de