Schattenbild am Bahnhof

Foto: Michaela Wuggazer

Seht ihr mich? Nun ja, ihr seht meinen Schatten auf dem Foto. Ihr seht noch viel mehr: Es scheint die Sonne zum Zeitpunkt des Fotos. Ohne die Sonne gäbe es keinen Schatten. Und an der Länge des Schattens könnt ihr sehen, dass es spät am Nachmittag war.

Der Zug hatte Verspätung und ich musste warten. Da habe ich mit meinem eigenen Schatten gespielt. Am Spätnachmittag ist es besonders lustig, weil die Schatten so lang sind. Probiere es mal aus. Hebe einen Arm oder ein Bein und schau, was dein Schatten macht. Vielleicht habt ihr Lust auf ein Schatten-Ballett?

Was passiert, wenn du dich rumdrehst?

Löwenzahn Verwandlung zur Pusteblume

Foto: Michaela Wuggazer

Was seht ihr links auf dem Foto? Einen Löwenzahn in der Verwandlung von der leuchtenden Blüte zur Pusteblume. Das Gelb der Blütenblätter ist noch zu sehen. Die zarten Flugschirme sind schon da. Aber sie sind noch nicht entfaltet. Die feinen Samenkörner haben sich schon gebildet, auch wenn wir sie nicht sehen können. Selbst wenn der Löwenzahn jetzt gemäht oder abgepflückt wird, reifen Samen und Flugschirme nach und sind funktionsfähig. Das gehört zu den Fähigkeiten des Löwenzahns, die ihn unausrottbar machen. 😊

In der Natur gibt es oft Dinge, die wir erschließen können, auch wenn wir sie nicht direkt sehen. Wer schon oft bei wildem Wetter draußen war, weiß, dass dunkle Regenwolken und Sonne die Zutaten zu einem Regenbogen sind. Es lohnt sich immer, wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint, nach allen Seiten zu schauen, ob sich ein Regenbogen zeigt.

Wenn ich unter dieser großen Buche stehe, lehne ich mich an ihren Stamm, schaue nach oben in die grünen Blätter und atme tief ein und aus. Mit der grünen Farbe in den Blättern, dem Chlorophyll, kann der Baum das Kohlendioxid, das ich ausatme, verwandeln in Sauerstoff und Kohlenhydrate. Der Baum braucht dazu das Licht der Sonne und Wasser und Kohlendioxid. Es ist ein wunderbarer chemischer Prozess.

Baum Buche Blick von unten nach oben

Foto: Michaela Wuggazer

Auch wenn du dich nicht für Chemie interessierst, kannst du dir einen Baum suchen, dich darunter stellen und tief und ruhig ein- und ausatmen. Es ist ein Austausch mit dem Baum. Was in dir ist, geht in den Baum. Was die Blätter des Baumes an Sauerstoff hergeben, atmest du ein. Der Baum teilt nicht nur mit uns, sondern mit allen Lebewesen, die atmen. Und er gibt auch Kohlenhydrate ab an die Pilze, die im Waldboden sind. Die geben ihm dafür Mineralien und verbinden ihn mit anderen Bäumen. Es ist unglaublich, wie alles Leben miteinander verbunden ist.

Als Jesus sich von seinen Leuten verabschiedet, sagt er, wie er mit ihnen und mit dem Vater verbunden ist. Aber die Jünger tun sich schwer.
Sie stellen viele Fragen.

Philíppus fragt nach dem Vater. (Johannes-Evangelium, Kapitel 14, Verse 1 bis 12)
Jesus sagt dazu:

Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philíppus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.
Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist?

Wir sind so sehr gewöhnt, dass wir alles extra sehen, dass es gar nicht so einfach ist, Verbindungen zu sehen.

Wie seht ihr in Jesus etwas von Gott? Vielleicht in dem, wie er mit Menschen umgeht?
Was meint ihr?

Wie sind wir mit Gott verbunden? Vielleicht brauchst du einen Moment der Stille, um die Verbindung mit Gott zu spüren? So wie das Atmen unter dem Baum. Gott schenkt mir Luft zum Atmen. Gott will in mir lebendig sein.

PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 03. Mai 26 Fünfter Sonntag der Osterzeit

Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Foto: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Fachbereich Gemeindekatechese, www.pastorale-grunddienste.de
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