
Foto: Michaela Wuggazer
Im Frühling verändert sich so viel. Ich schau gerne genau hin. Man kann so viel entdecken. Beim Scharbockskraut (oben links) habe ich eine Blüte mit 12 Blütenblättern entdeckt! Die Blüten haben manchmal 8, manchmal 10 und ganz selten mehr als 10 Blütenblätter. Eines mit 12 Blütenblätter, ist so selten wie ein vierblättriges Kleeblatt zu finden. Rechts auf dem Foto siehst du noch eine gelbe Blüte. Wenn du genau hinschaust, siehst du, dass die Blütenblätter eher rund sind und die grünen Blätter sehen völlig anders aus. Es ist das gelbe Windröschen, verwandt mit dem bei uns weit verbreiteten weißblühenden Buschwindröschen. Auf den ersten Blick kann man es schon verwechseln mit dem Scharbockskraut. Wenn man aber genauer hinschaut, dann sieht man die Unterschiede.
Unten siehst du Veränderungen an einem Baum. Die Knospen der Blätter und Blüten sind dabei sich zu öffnen. Erkennst du den Baum? Seine Blätter sehen ein bisschen aus wie eine Hand mit breiten Fingern. Seine Blüten bilden leuchtende Blütenkerzen.
Im Herbst hat er glänzende Früchte in einer stacheligen Hülle. Weißt du es jetzt?
Manchmal braucht es Zeit, bis wir etwas erkennen. Deshalb feiern wir in der Kirche Ostern sieben Wochen lang! Wir nehmen uns Zeit, hinzuschauen, wie sich die Männer und Frauen entwickeln, die Jesus begleitet haben. Es ist eine große Veränderung, von der Trauer um Jesu gewaltsamen Tod zur Freude über seine Auferstehung zu kommen.

Foto: Michaela Wuggazer
Im Lukas-Evangelium, Kapitel 24, Verse 13 bis 35, hören wir von zwei Jüngern, die enttäuscht von Jerusalem zurück nach Emmaus gehen, wo ihr Zuhause ist. Unterwegs begegnet ihnen einer, der sie nach ihrem Kummer fragt und ihnen Hinweise aus der Bibel gibt. Als sie in Emmaus ankommen, ist es schon abends:
Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt!
Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken.
Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück …

Foto: Michaela Wuggazer
Was für ein Erlebnis! Diese Erfahrung belebt diese Jünger so, dass sie sofort wieder zurück wollen nach Jerusalem, um es den anderen zu erzählen. Stell dir das vor: es wird schon dunkel und sie machen sich nochmal auf den Weg. Es sind mehr als 11 Kilometer. Lukas gibt uns die Entfernung an. Bist du schon mal so weit gelaufen? Die längsten Wege, die ich seit einiger Zeit gehe, sind 9 Kilometer an einem Stück. Und die Jünger sind ja schon 11 Kilometer gelaufen. Also nochmal 11 und im Dunkeln!
Am Anfang seines Evangeliums erzählt uns Lukas auch von Leuten, die sich in der Nacht auf den Weg machen. Ihnen wurde von Engeln verkündet, dass ihnen der Retter geboren ist und die Hirten machen sich im Dunkeln auf den Weg, das Kind zu finden.
Die Botschaft, dass Gott zu uns Menschen kommt in Jesus Christus und die Botschaft, dass Gottes Liebe stärker ist als der Tod, sind so kraftvoll, dass Menschen ihre Angst vor dem Dunkel verlieren.
Welche Botschaft stärkt dich? Vielleicht redet ihr miteinander darüber? Vielleicht auf einem langen Spaziergang? Vielleicht bei einer Nachtwanderung?

Foto: Michaela Wuggazer
PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 19. April 26 Dritter Sonntag der Osterzeit
Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Foto: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Fachbereich Gemeindekatechese, www.pastorale-grunddienste.de
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