Die meisten Wege waren inzwischen frei. Überall hörte man das Wasser plätschern und glucksen. Aber hier war noch alles vereist. Es war besonders tückisch, weil das Schmelzwasser das Eis noch rutschiger machte. Wo richtig viel festgetretener Schnee ist, da dauert es ziemlich lange bis der Weg frei ist.

Foto: Michaela Wuggazer
Das hängt damit zusammen, dass schmelzendes Eis Energie braucht. Diese Energie nimmt es aus der Umgebung. Damit kühlt die Umgebung ab. Das klingt vielleicht ein bisschen schräg, aber du kannst es selbst ausprobieren. Im Sommer nehme ich diese physikalische Eigenschaft von Eis gerne, um einen Pudding oder eine andere Creme schnell abzukühlen. Nimm eine große Schüssel. Fülle sie zur Hälfte mit Eiswürfel und streue darüber Kochsalz. (Salz bringt Eis zum Schmelzen). Auf diese gesalzenen Eiswürfel stellst du die Schale mit Pudding oder Creme. Sie wird sehr schnell abgekühlt. Etwas Ähnliches passiert auf vereisten Wegen. Deshalb brauchen sie sehr lange, um frei zu werden.
An dieser Stelle des Weges musste ich ganz vorsichtig gehen. Ich schaute auf jeden Schritt. Fast hätte ich es verpasst, wie hübsch die kleinen Tropfen an den dünnen Buchenzweigen aussehen.
Meine Stimmung wechselte sofort. Die kleinen, glitzernden Tropfen machten mich fröhlich. Der Weg war so anstrengend gewesen. Das Eis mit dem Schmelzwasser hatte mich überhaupt nicht gefreut. Manchmal kommt es auf die Form an. Wasser als kleine Tropfen kann fröhlich machen. Wasser in einem Glas an einem heißen Tag ist herrlich! Wasser auf einem vereisten Weg ist scheußlich.
Am heutigen Sonntag werden wir vom Matthäus-Evangelium ganz schön herausgefordert (Kapitel 5, Verse 17 bis 34).

Foto: Michaela Wuggazer
Jesus sagt zu seinen Jüngern und vielen Menschen, dass er erfüllen wird, was die Propheten und die Lebensregeln des Alten Testamentes sagen. Es geht ihm um die tiefe Verwurzelung. Wenn ich unter der großen Buche stehe, die du oben im Foto siehst, dann schau ich auch auf den Boden. Du kannst einen Teil der starken Wurzeln sehen. Sie reichen weit. Unter der Erde verzweigen sie sich und reichen noch viel weiter. Ein Teil der Wurzeln hält den Baum gut fest, ein anderer ist dazu da, Nährstoffe für den Baum zu finden und weiterzuleiten. Auch Wasser und Botschaften werden über die Wurzeln ausgetauscht.

Foto: Michaela Wuggazer
Jesus spricht von einem Leben, das ganz fest in Gott verwurzelt ist. So sagt er:
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!
Damit meint er, dass die Verehrung Gottes sich nicht nur im Tempel oder am Sonntag zeigt, sondern auch in dem wie wir jeden Tag miteinander umgehen.
Jetzt ist Faschingszeit.
Viele freuen sich an dem bunten Durcheinander.
Manchmal sind sehr viele Leute da.
Wo kannst du da zeigen, dass dein Leben gut in Gott verwurzelt ist?
Vielleicht schaust du, ob die Kleinen auch so viel Spaß haben wie du?
Ich wünsche uns allen eine fröhliche Zeit! :-)

Foto: anncapictures, pixabay
PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 15. Februar 26
Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos außer Maske Fasching: Michaela Wuggazer
Foto Maske Fasching: anncapictures, pixabay
Diözese Augsburg, Fachbereich Gemeindekatechese, www.pastorale-grunddienste.de
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