Wir waren an der Brenz unterwegs. Der Fluss ist in diesem Bereich wieder in einen natürlichen Zustand zurückgebaut worden. Es gibt jetzt wieder Steine und alte Bäume im Wasser und Mulden, wo die Strömung nicht so stark ist. Wenn ihr genau hinschaut auf die Steine oder das Foto vergrößert, dann könnt ihr gut getarnte Vögel entdecken. Es sind Gänsesäger. Sie gehören zu den Entenvögeln. Einige sind ab ins Wasser, als wir auf die Beobachtungsplattform gekommen sind. Am Rückweg waren es sieben. Wir hätten sie fast nicht bemerkt, so hatten sie sich den Steinen angepasst. Sie stecken Kopf und Hals ins Gefieder und verwandeln sich so selbst in einen rundlichen Stein.
Unten findet ihr nochmal ein Suchbild. Seht ihr die schwimmende Ente im Fluss? Seht ihr auch die Ente, die auf dem dünnen Stamm sitzt, der über dem Wasser liegt? Schaut genau hin. Sie streckt den einen Flügel weg und auch den Fuß. Es war lustig. Sie machte das eine ganze Weile. Es sah aus wie Ballett-Übungen. 😊

Foto: Michaela Wuggazer
Als wir dann um die nächste Biegung kamen, war es nicht so lustig. Wir hörten schon vorher wildes Flügelschlagen und Plantschen im Wasser. Ich konnte kein Foto machen. Drei Entenmännchen kämpften miteinander. Sie überschlugen sich im Wasser. Es war ein Knäuel aus Flügeln, Körpern und Schnäbeln. Dann flog eine davon. Die anderen schwammen ganz ruhig weiter. Alles sah ganz friedlich aus. Wer jetzt auf dem Weg spazierte, hatte keine Idee, dass gerade eben drei Enten wild gekämpft hatten. So etwas hatten wir noch nie erlebt.
Versteckte Vögel, tanzende Ente und kämpfende Enten. Wir gingen gespannt weiter.

Foto: Michaela Wuggazer
In der Geschichte heute hören wir im Matthäus-Evangelium (Kapitel 22, Verse 15-21) von einem Kampf ganz anderer Art. Jesus wird eine raffinierte Falle gestellt. Zwei Gruppen, die sich sonst bekämpfen, kommen gemeinsam zu Jesus mit einer Frage, in der sie selbst unterschiedlicher Meinung sind. Egal wie Jesus antwortet, eine Gruppe würde wütend sein, dachten sie.
Die Frage: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?
Jesus überrascht sie mit seiner Antwort:
Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denár hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!
Sie gehen weg. Jesus ist nicht in ihre Falle gegangen.
Auch wir sind gefragt? Was gehört Gott? Was meint ihr?
Nach meinem Spaziergang sage ich: Gott, dir gehört alles, was lebt. Ich will Respekt haben vor allem Lebendigen. Ich will gut hinschauen. Ich will dir danken für alle Freude, die ich heute erleben durfte. Ich will dir danken für die Entdeckungen. Ich danke dir auch für die Überraschung mit dem Entenkampf.
Ich bitte dich um Einsicht. Hilf uns Menschen, dass wir immer besser lernen, in Frieden miteinander zu leben und alles Lebendige zu achten.
Ich danke dir, dass ich wieder gut sein kann, wenn ich mit jemand gestritten habe.

Foto: Michaela Wuggazer
PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG, 18. Oktober 26
Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral, www.pastorale-grunddienste.de
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