Ich ging am Waldrand entlang. An vielen Stellen leuchtete es rot aus den Hecken. Hier sind es Brombeeren und Hagebutten. Beide brauchen noch etwas Zeit, um richtig reif zu sein. Dann sind die Brombeeren fast schwarz. Solche habe ich auch gefunden und gleich probiert. Lecker!
Als ich dann weiter Richtung Wacholderheide ging, sah ich glänzende Blüten. Wie polierte Metallscheiben leuchtete es. Das musste ich mir näher anschauen.
Ich musste schmunzeln. Es waren die leeren Samenkörbchen einer Pflanze, deren Namen ich nicht weiß. Ich glaube sie blüht gelb, ähnlich wie kleiner Löwenzahn. Auf dem Foto unten seht ihr ein Körbchen, dass noch mit Samen gefüllt ist und auf der rechten Seite eines, das leer ist. Vielleicht entdeckt ihr diese glänzenden Körbchen auch?

Foto: Michaela Wuggazer
Auch am Himmel gab es viel zu beobachten. Die Wolken veränderten sich rasch. Die knubbelige Wolke unten im Foto hatte sich in 15 Minuten völlig aufgelöst, wie ihr oben sehen könnt. Die wellenförmigen Wolken sind da deutlicher zu sehen. „Altokumulus undulatus“ ist der wissenschaftliche Name.

Foto: Michaela Wuggazer
Wolken verändern sich ganz von selbst. Mit den Feldern ist das anders. Unten siehst du links ein Feld, das vorbereitet ist für eine frische Saat und dahinter eines, auf dem nach der Ernte einiges wild gewachsen ist. Rechts ist eines, auf dem schon Grün-Düngung wächst.
Auch in menschlichen Beziehungen müssen wir etwas tun, damit nicht alles drunter und drüber geht. Wenn etwas richtig chaotisch und wild geworden ist, braucht es wieder einen frischen Anfang. Wir müssen „aufräumen“.
Im Matthäus-Evangelium (Kapitel 18, Verse 21 bis 35) hören wir folgendes:
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
Jesus meint hier nicht, dass man 490-mal vergeben soll und dann aufhören kann. Die Zahl 7 ist eine heilige Zahl. Es braucht die Geduld eines Heiligen, immer wieder zu vergeben, auch wenn jemand immer wieder etwas falsch macht. Das ist gar nicht so einfach, immer wieder zu sagen: Es war nicht recht, was du gemacht hast. Aber jetzt legen wir es auf die Seite. Wie bei einem neuen Feld.

Foto: Michaela Wuggazer
PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 13. September 26
Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral, www.pastorale-grunddienste.de
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