In diesen Tagen wird auf vielen Feldern geerntet. Manchmal kann man auf dem Land auch in der Nacht die Mähdrescher hören. An manchen Stellen ist die Ernte gut. An anderen haben Hagel und Trockenheit das Getreide geschädigt. Wer sich nicht auskennt mit Getreide, kann schlecht beurteilen, wie gut die Ernte ist. Wenn das Getreide geerntet ist, muss es noch gereinigt werden. Steinchen, Staub, Unkrautsamen und andere Fremdkörper sollen nicht ins Mehl kommen.
Bauern tun viel, damit kein Unkraut im Getreidefeld ist. Aber man kann es nicht ganz vermeiden.
Heute hören wir im Matthäus-Evangelium (Kapitel 13, Verse 24 bis 30) eine Geschichte von Unkraut im Getreidefeld:
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte …
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Foto: Michaela Wuggazer
Im griechischen Text der Geschichte geht es um ein ganz bestimmtes Unkraut. Auf Deutsch heißt es Taumellolch. Ein seltsamer Name. Taumellolch ist gefährlich, weil er einen Giftstoff im Korn haben kann, der einen taumeln lässt oder sogar sterben, wenn zu viel davon ins Essen kommt. Seine Wurzeln vermischen sich so stark mit den Getreidewurzeln, dass man ihn wirklich nicht ausreißen kann, ohne das Getreide zu schädigen. Man muss nach der Ernte die Getreidekörner von den gefährlichen Körnern des Taumellolchs trennen. Zum Glück gibt es dieses Unkraut heute bei uns nicht mehr.

Foto: Michaela Wuggazer
Aber es gibt viele andere unerwünschte Kräuter. Oben seht ihr Ackerwinde. Heute gibt es Vorrichtungen in der Mühle oder sogar schon im Mähdrescher, die Getreidekörner und andere Samen genau trennen können. Manche verkaufen dann die Samen von Kornblumen oder einer Mischung von Feldblumen für Blühstreifen am Rand der Felder. Das ist eine weitere Einnahme, es ist gut für Insekten und es sieht hübsch aus.
Matthäus will seinen Leuten mit der Geschichte sagen: es geht nicht darum alles sofort auszureißen, was man für schädlich hält. Besser ist, es wachsen zu lassen. Bei der Ernte wird dann sortiert.
Vielleicht mögt ihr vor den Sommerferien schauen, wie eure „Ernte“ ausgefallen ist:
Freundschaften, die gewachsen sind – auch mit Streitigkeiten und wieder gut sein?
Fehler, aus denen ihr gelernt habt? Vielleicht gibt es auch Verhalten, das ihr aussortieren wollt, weil es schädlich ist?

Foto: Michaela Wuggazer
PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 19. Juli 26
Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text und Fotos: Michaela Wuggazer
Diözese Augsburg, Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral, www.pastorale-grunddienste.de
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