Für mich als Imker wollen in diesem Jahr die Herausforderungen nicht aufhören. Einige meiner Völker hatten eine starke Schwarmstimmung. Aber ich imkere mitten in der Stadt und nichts ist dort schlimmer als ein Bienenschwarm, der dann zum Beispiel in Rollladenkästen ein neues Zuhause suchen möchte.
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Nein, das wäre gar nicht gut! Deshalb habe ich einige meiner Völker geteilt und ihnen so die Schwarmstimmung genommen. Ich habe dadurch automatisch neue Völker bekommen. Nur habe ich dabei von diesen Völkern heuer weniger Honig. Aber als Imker bin ich bescheiden. Es sind immer die Bienen, die mir zeigen, was ich zu tun habe.
Ich habe jetzt nur noch ein ganz anderes Problem: In einigen der geteilten Völker gibt es keine Königin. Wie schade! Denn ohne eine solche kann ein Volk nicht überleben. Normalerweise ziehen sich Völker automatisch eine Königin nach. Aber das funktioniert nicht immer.
Also habe ich von einem anderen Imker, mit dem ich zusammenarbeite, zwei Königinnen bekommen. Er züchtet diese nämlich. Die habe ich in zwei meiner Völker gegeben, eine noch ganz Junge aus diesem Jahr und eine Einjährige.

Foto: Donata Demartin
Zuvor musste ich noch einmal ganz genau nachsehen, ob wirklich keine Königinnen mehr da waren. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Die wichtigste ist die, nach einer Königin zu suchen. Sie ist etwas größer als die anderen Bienen und hat einen längeren Körper. Außerdem ist es wichtig, nach „Stiftchen“ zu schauen. Das sind frisch gelegte schmale weiße Eier. Sie sind gerade noch so mit bloßem Auge zu erkennen. Fehlen diese, gibt es in einem Volk keine Königin.
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Fotos: Donata Demartin
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Foto: Donata Demartin
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In keinem der beiden Völker habe ich die Königin oder Stifte gesehen. Also habe ich aus jedem Bienenvolk eine komplette Wabe rausgenommen, damit ein kleiner Zwischenraum entsteht. In diesen habe ich dann ein spezielles Kästchen mit der neuen Königin eingesetzt.
Es hat ein dünnes Metallgitter und sieht aus wie ein kleines Gefängnis. Das ist wichtig. Die Königin kann dann nicht so schnell raus und die Bienen kommen auch nicht an die Königin ran. Denn beide müssen sich erst aneinander gewöhnen. Jede Königin hat nämlich ihren speziellen Duft, mit dem die anderen Bienen vertraut sein müssen.
Der Ausgang des Kästchens ist deshalb mit einem Pfropfen aus Futter verstopft. Da muss sich die Königin erst durchfressen und dann, wenn sie nach ein paar Tagen aus diesem Gefängnis rauskommt, wird sie hoffentlich von ihrem neuen Volk gleich angenommen.
Ich stelle mir vor, dass sich die vielen Bienen, es sind im Sommer in einem solchen Volk mehrere Zehntausend, sehr über ihre neue Königin freuen. So wie das Volk Israel, von dem wir heute in der Ersten Lesung hören:
„Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir.“ (Sach 9a)
Es geht sogar noch weiter: „Er wird den Nationen Frieden verkünden“ (Sach 10b).
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Tatsächlich ist es so: Bienen ohne Königin sind ziemlich unruhig. Man kann es sogar an ihrem Brausen hören. Völker mit Königin sind viel ruhiger, entspannter und friedlicher. Mit etwas Glück kann ich das als Imker gleich bemerken, wenn ich eine neue Königin einsetze. Sofort wird es ruhiger.
Denn in einem Volk mit Königin herrscht eine große Harmonie, alles ist aufeinander abgestimmt und geordnet.
So ist es manchmal auch in unserem Leben. Wir haben Fragen, Sorgen und Nöte. Und dabei wäre es doch ein leichtes, einfach nur auf Jesus zu vertrauen:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28)
Dich auf Jesus verlassen zu können als den König deines Lebens, der für alles sorgt und dich ruhig werden lässt – wie in einem Bienenvolk:
Das wünsche ich dir!

Foto: Donata Demartin
PDF zum Download: ABENTEUER AM SONNTAG 5.07.2026
Lektionar 2018 ff. © staeko.net
Text: Karl-Georg Michel – Fotos: Donata Demartin
Diözese Augsburg, Abteilung Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral, www.pastorale-grunddienste.de
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